Stagnation, Stauung führen zu Krankheit

Eigentlich wollen alle, dass sich etwas tut in unserem Leben. Ja, wir wollen gerne bewegt sein. Langweilig soll es nicht sein, eher vielfältig, abwechslungsreich, nicht immer dasselbe. Leider passiert bei vielen Menschen etwa ganz anderes. Sie denken und tun meistens dasselbe, drehen sich um sich selbst. Natürlich muss das nicht das ganze Leben betreffen. Aber schon in Teilbereichen des Daseins hat das manchmal unangenehme Konsequenzen. Allerdings kann nicht nur geistige Unbeweglichkeit ein Problem sein. Auch mangelnde körperliche Bewegung ist bekanntermaßen ungünstig. Aber was ist daran so schlimm? Darüber hat erstaunlicherweise die traditionelle chinesische Medizin sehr viel nachgedacht und publiziert. Sie hat wichtige Begriffe geprägt, die dieses Phänomen beschreiben: Stagnation, Stauung. Möglicherweise wundern Sie sich jetzt, dass ich hier körperlichen und mentalen Flexibilitätsverlust gleichzeitig zum Thema mache. Das macht jedoch in der Tat viel Sinn. Aber was hat diese Stagnation mit Schmerzen zu tun? 

Stagnation, Stauung und Muskeln 

Die meisten von uns wissen: viele Beschwerden im muskuloskelettalen Bereich sind verursacht durch Blockaden. Was genau diese Blockaden eigentlich darstellen, dürfte den wenigsten klar sein. Die chinesische Tradition ist sich im Gegensatz dazu ganz sicher: es handelt sich um Stauungen, um Stagnation von Blut und Lebensenergie. Diese Stauungen sind oftmals Folge von mangelnder körperlicher und auch geistiger Beweglichkeit. Körperflüssigkeiten wie Blut, Lymphe und Bindegewebswasser müssen frei zirkulieren können, um alle Körperbereiche erreichen und versorgen zu können. Allerdings, geschieht das nicht in ausreichendem Maße, verschlechtert sich das Gewebsmilieu, der Austausch von Stoffwechselprodukten finden nicht mehr hinreichend statt. Krankheitserreger können nicht mehr schnell genug unschädlich gemacht werden. Muskeln verkrampfen und verkürzen sich. Faszien „verfilzen“ und werden unelastisch. Wirbelgelenke beginnen ihren normalen Aktionsradius zu verlieren und verklemmen. Das alles sensibilisiert die Nerven. Letztendlich haben wir dann tatsächlich ein Problem, ein schmerzhaftes Problem.

Wege aus der Stagnationsfalle

Es geht – eigentlich wie immer – um nichts geringeres als um Körper und Geist. Jeder weiß es: körperliches Training hat eine nicht zu überschätzende Bedeutung für einen lebendigen Stoffwechsel und eine störungsfreie Durchblutung. Verantwortlich dafür ist unter anderem die muskulären Vernetzung mit wichtigen emotionalen, hormonellen und entzündungshemmenden Zentren. Aber auch geistige Beweglichkeit ist ein hohes Gut, das  nicht vernachlässigt werden sollte. Anhaltende emotionale Störungen haben die Fähigkeit, in den myofaszialen Systemen unangenehme Fußabdrücke zu hinterlassen. Kein Wunder könnte man sagen, dass alle Welt massiert werden möchte. Wir sollten uns immer mal wieder frischen Wind um die Nase wehen lassen. Vielleicht auch einmal aus Richtungen, die uns eigentlich nicht so passen. Natürlich neigt man gerne zu Bequemlichkeiten besonderes im höheren Alter. Trotzdem, Beweglichkeit macht Spaß! Und sie verhindert eine Vielzahl möglicher Erkrankungen.

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